Von unserem CNVC zertifizierten Trainer*innen
Persönlich
Umgang mit Wut, Forderungen und Trauer
Schmerzhafte Dynamiken in Beziehungen befreien
Von: Yoram Mosenzon
Umgang mit „Forderungsenergie“:
Als Mediatorin erlebe ich immer wieder, dass „Forderung“ eine der größten Gefahren für Beziehungen darstellt. Forderung bedeutet nicht nur, dass wir das „Nein“ des anderen offen nicht akzeptieren, sondern auch, subtiler, wenn uns das „Nein“ des anderen verletzt – ein Gefühl der Verzweiflung oder Zurückweisung auslöst.
Ich sehe oft Menschen, die sich verlieben, deren Augen in den ersten Monaten vor Begeisterung leuchten: Der neue Partner erscheint ihnen wie ein Geschenk des Lebens. Doch nach einiger Zeit kann eine gewisse Tristesse diesen Glanz verdrängen… Oftmals lauert unter dieser Veränderung die Forderung.
Wenn mein „Nein“ nicht erwünscht ist, bedeutet das, dass ich dir gegenüber nicht ganz ehrlich oder ich selbst sein kann. Und wenn ich nicht ganz ich selbst sein kann, dann ist niemand da, der dich liebt… Und so entsteht Distanz.
Ich beobachte dies zwischen Liebenden, zwischen Kindern, unter Freunden und innerhalb von Familien.
Wir werden üben:
❀ Der klare Unterschied zwischen einer Bitte und einer Forderung
❀ Wie man „fordernde Energie“ aufnimmt und herausfordernde Dialoge meistert, ohne dabei an Ehrlichkeit und Verbundenheit einzubüßen
❀ Wie man den Signalen des eigenen Körpers vertraut und sie niemals ignoriert
❀ Wie man mit schmerzhaften Geschichten (wie „Ablehnung“ oder „Verzweiflung“) umgeht und sich wieder mit der Realität verbindet, wie sie ist – anstatt mit den schmerzhaften Geschichten, die wir uns selbst erzählen
❀ Wie man eine „Auszeit“ nimmt und warum sie so lebensfördernd sein kann
❀ Wie man ein „Nein“ akzeptiert (und trotzdem lebendig und verbunden bleibt).
Umgang mit Wut.
Wut (einschließlich Irritation, Frustration und Ungeduld) tritt oft unerwartet in unseren Interaktionen mit den Menschen auf, die uns am wichtigsten sind. Sie ist eine starke Energie, die ausgedrückt werden will. Doch ihr nachzugeben, richtet oft mehr Schaden an. Wut ist eine kraftvolle und schöne Lebensenergie, die sich in einer tragischen Sprache ausdrückt und selten ihrem wahren Zweck dient.
Wie können wir mit Wut so umgehen, dass sie die Verbindung stärkt? Warum ist es riskant, sie auszudrücken – und noch riskanter, sie zu unterdrücken? Was ist ihre tiefere Botschaft?
Wir werden üben:
❀ Wie man Wut so ausdrückt (anstatt sie zu unterdrücken), dass sie die Verbindung stärkt
❀ Wie man die Wut anderer, die sich gegen uns richtet, sogar genießen kann
❀ Wie man die Verbindung wiederherstellt, nachdem Wut Schaden verursacht hat.
Trauer als wichtige Lebenspraxis
Trauer ist eine tägliche Übung: Trauer entsteht nicht erst, wenn wir jemanden verlieren. Trauer existiert auf einem Spektrum, in unterschiedlichen Ausmaßen, Formen, Intensitäten, Dauern und Ausprägungen: Trauer ist eine bestimmte Art von Schmerz, eine Verkrampfung im Körper. Es gibt intensive Formen, in denen es sich anfühlt, als würde unser Herz zerrissen; wir können nicht atmen oder haben das Gefühl, den immensen Schmerz nicht überleben zu können. Die Verarbeitung dieser Trauer kann Wochen, Monate oder sogar ein Leben lang dauern…
❀ Was Trauer wirklich bedeutet
❀ Wie man „liebevolle Strategien betrauert“
❀ Warum „das Unbekannte zu akzeptieren“ im Dialog so wichtig ist
Definitionen, mit denen wir arbeiten werden:
Trauer = die Fähigkeit, Schmerz – meinen und deinen – anzunehmen und dem sanften Prozess zu vertrauen, der sich entfaltet, wenn Schmerz willkommen geheißen und erlebt wird.
Trauer = die Zeit, die nötig ist, um von der Vorstellung zur Realität zu gelangen.
Trauer = ein körperlicher Prozess, eine Verarbeitung, die Akzeptanz, neue Kreativität und die Entwicklung neuer Gewohnheiten ermöglicht.
Trauer = eine Kernkompetenz für das Leben in einer sich immer schneller verändernden Welt, die Fähigkeit, sich anzupassen und weiterzuentwickeln.
Trauer = ein Schlüssel zur Entdeckung des wahren Wesens des Menschseins.
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