Meine erste Reise nach Burkina Faso in Westafrika unternahm ich 1995 im Alter von 21 Jahren. Als ausgebildete Soziologin mit Schwerpunkt ländliche Entwicklung und Anthropologin lernte ich, wie Menschen aufgrund ihrer Normen und Werte, Kulturen und Überzeugungen dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen können. Ich musste meine vorgefassten Meinungen über Richtig und Falsch, Gut und Böse, Glück und Unglück loslassen und lernte, Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Ich lernte, mit unterschiedlichen Menschen zu kommunizieren, und wie mir Neugier und das Loslassen meiner eigenen Wertvorstellungen halfen, Beziehungen aufzubauen und sie zu verstehen. Als ich 2007 zum ersten Mal von Gewaltfreie Kommunikation ( GFK ) hörte, ergab plötzlich alles einen Sinn.
Damals nutzte ich GFK hauptsächlich als Werkzeug in meiner Arbeit (Beratungstätigkeit vorwiegend in Afrika), um die Werte und Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungsgruppen zu erforschen und Verständnis und vernünftiges Handeln unter ihnen zu fördern. Viel später erkannte ich, dass das GFK Bewusstsein viel tiefer reicht. Ich lernte, es in meinem eigenen Leben anzuwenden – in mir selbst und im Umgang mit den Menschen um mich herum – und erlebte seine Kraft.
Im Rahmen meiner regulären Tätigkeit an der Van Hall Larenstein (VHL) Hochschule für Angewandte Wissenschaften in den Niederlanden bilde ich Studierende im Masterstudiengang Entwicklungsmanagement und im Bachelorstudiengang Internationales Entwicklungsmanagement aus. Ich bin stolz darauf, dass die Studierenden nun mit Gewaltfreie Kommunikation vertraut gemacht werden und diese sowohl in ihrem eigenen Leben als auch in ihrer Arbeit zur Förderung des Wandels hin zu einer nachhaltigen Welt anwenden können. Ich bin überzeugt, dass diese training einen positiven Dominoeffekt auslösen und zu meiner Vision beitragen: einer Welt, in der die Bedürfnisse aller Menschen zählen.
Eine weitere Möglichkeit, zu meiner Vision einer Welt beizutragen, in der die Bedürfnisse aller Menschen zählen, besteht darin, GFK durch mein Unternehmen EmpaTilya. „Tilya“ ist das Wort für Giraffe in Moore, der meistgesprochenen Sprache Burkina Fasos. Tilya, ein Wort in einer relativ unbekannten Sprache, unterstreicht, dass GFK eine universelle Sprache ist, die zu Frieden und Verbundenheit weltweit beitragen kann. Mit EmpaTilya organisiere ich trainingzur Einführung von Gewaltfreie Kommunikation in meiner Heimatstadt Wageningen (Niederlande), biete Inhouse- trainingan und arbeite als Mediatorin und Coach.
Sozialer Wandel beginnt mit Vernetzung!