Mich fasziniert seit jeher, was zwischen Menschen geschieht. Warum verletzen sich zwei Menschen, die sich beide nach Nähe sehnen, manchmal gegenseitig? Und was wird möglich, wenn sie sich Zeit nehmen und neugierig genug sind, sich selbst und einander zu verstehen? Diese Fragen begleiten mich seit vielen Jahren und prägen weiterhin mein Leben, mein Lernen und die Weitergabe von Gewaltfreie Kommunikation.
Eine der größten Gaben Gewaltfreie Kommunikation ist die Selbstempathie. Innezuhalten, mich mit dem Lebendigen in mir zu verbinden, für mich selbst zu sorgen und nach Strategien zu suchen, die das Leben wirklich bereichern, hat mich tiefgreifend verändert. Es ist auch eine meiner größten Lernerfahrungen. Jeden Tag erinnere ich mich sanft daran, mir selbst mit derselben Zärtlichkeit zu begegnen, die ich anderen so selbstverständlich entgegenbringe. Ich versuche auch, Wege zu wählen, die spielerisch, freudvoll und lebendig sind, im Vertrauen darauf, dass Lernen und Wachstum nicht nur durch Kampf entstehen müssen.
Deshalb sehe ich Gewaltfreie Kommunikation primär als Kommunikationsmodell. Für mich ist sie eine Art der Beziehung – zu mir selbst, zu anderen Menschen und zum Leben. Es ist eine lebenslange Praxis, immer wieder zur Präsenz, zur Neugier und zur Wahl zurückzukehren.
Ich leite Gewaltfreie Kommunikation trainingin Schulen, Organisationen, Unternehmen und gemeinnützigen Einrichtungen. Außerdem begleite ich Menschen in Mediationsprozessen und unterstütze sie dabei, eine Verbindung aufzubauen, die ihnen hilft, sich selbst und andere besser zu verstehen. So können sie gemeinsam Strategien entwickeln, die die Bedürfnisse aller berücksichtigen. Ob ich mit einer Gruppe arbeite oder zwei Konfliktparteien begleite – mein Ziel ist immer dasselbe: einen Raum zu schaffen, in dem Menschen zur Ruhe kommen, sich wieder mit sich selbst verbinden und entdecken können, was wirklich hinter ihren Worten steckt.
Ich liebe es, den Moment zu erleben, in dem Menschen erkennen, dass Selbstfürsorge und Fürsorge für andere sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig unterstützen können. Daraus eröffnen sich oft neue Möglichkeiten – Möglichkeiten, die im Eifer des Gefechts verborgen blieben.
Ich bin dankbar, Teil der Plattform für Ganzheitliche Entwicklung und Gewaltfreie Kommunikation LINK zu sein, einer Gemeinschaft, die mein Lernen, meine Praxis und mein Wachstum stetig fördert. Dieser Weg mit anderen erinnert mich daran, dass Gewaltfreie Kommunikation kein Zustand ist, den wir erreichen oder beherrschen. Sie ist ein Prozess, den wir Beziehung für Beziehung, Tag für Tag weiter üben.
Ich glaube, dass jedes Gespräch das Potenzial hat, eine Beziehung zu stärken, und jede Beziehung das Potenzial hat, eine Gemeinschaft zu stärken. Ich hoffe, mit jedem einzelnen Gespräch zu einer freundlicheren und vernetzteren Welt beizutragen.