Welchen Einfluss hat die Anwendung des Modells der Gewaltfreie Kommunikation auf die Entwicklung von Empathie?
Überblick über Forschung und Ergebnisse
Hintergrund: Gewaltfreie Kommunikation© (GFK) wurde von Dr. Marshall B. Rosenberg , um intra- und interpersonelle Beziehungen zu fördern, die von Mitgefühl, Zusammenarbeit und Fürsorge geprägt sind. Sie findet Anwendung in verschiedenen Bereichen wie Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen und in Systemen der Restorative Justice. Obwohl GFK in ihrer heutigen Form auf Forschungen seit den 1960er Jahren basiert, begannen Studien zu den Auswirkungen des Modells erst in den 1990er Jahren (Steckal, 1994). Diese systematische Übersichtsarbeit zielt darauf ab, die bisherige Forschung zur GFK und ihre Erkenntnisse zur Empathieentwicklung zu bewerten. Methodik: Elektronische Datenbanken (hauptsächlich ERIC, PsychINFO und ASSIA) sowie eine aktive Expertenbefragung wurden durchgeführt, um Artikel, Berichte und Dissertationen in allen Sprachen zu finden, die empirische Studien zur GFK.
Ergebnisse: Von 2634 Zitaten wurden 14 Studien mit insgesamt 13 Experimenten identifiziert, die die Einschlusskriterien erfüllten. Aufgrund der Heterogenität der Methoden und Messinstrumente war eine Metaanalyse nicht möglich. Acht dieser Studien evaluierten die Ergebnisse von gezielten Workshops, fünf untersuchten die Auswirkungen von GFK im Alltag. Alle fünf dieser Studien wurden in Bildungseinrichtungen durchgeführt. Nur zwei Studien verwendeten zwei validierte Messinstrumente. Die übrigen Studien nutzten andere Messinstrumente und eigens entwickelte Instrumente. Nicht-randomisierte Teilnehmerauswahl, fehlende Berichterstattung und geringe Teilnehmerzahlen sind die Hauptmängel der Studien. Die Ergebnisse zur Empathieentwicklung sind in allen Studien bis auf zwei positiv. Weitere positive Ergebnisse umfassen verbesserte Kommunikationsfähigkeiten, bessere Beziehungen, weniger Konflikte sowie neue Konzepte und Lösungsansätze für Konflikte.
Fazit: Die vielversprechenden Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit des GFK in Bezug auf die Empathieentwicklung und andere Ergebnisse müssen durch weitere Studien mit robusteren Studiendesigns und geeigneteren Messinstrumenten bestätigt werden. Eine Einschränkung der einbezogenen Studien, die auch in anderen Übersichtsarbeiten zu diesem Thema (Butters, 2010; Lam et al., 2011; Stepien & Baernstein, 2006) festgestellt wurde, ist die Diskrepanz zwischen den Konstrukten des Modells und den validierten Empathie-Messinstrumenten aus den 1980er-Jahren.
Um die Spezifik des GFK Modells zu bewerten, müssen neue, aktualisierte Instrumente, wie das von Steckal (1994) entwickelte, erstellt und validiert werden.