Traditionelle Bildung oder Partnerschaftsbildung
Welcher pädagogische Ansatz bereitet Schüler am besten auf die Zukunft vor?
In einer Zeit, in der die Weltbevölkerung rasant wächst, die Globalisierung die globalen Wirtschaftsbeziehungen erweitert und verflochten hat und unser Planet unter den aktuellen politischen Maßnahmen und Praktiken leidet, ist es unerlässlich, dass alle Weltbürger partnerschaftlich zusammenarbeiten. Von der Vorschule bis zur Universität bieten Bildungseinrichtungen Kurse an, die Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit zur interdependenten Kommunikation und zum interdependenten Handeln vermitteln sollen. Gleichzeitig neigen Pädagogik und Praxis jedoch häufig zu hierarchischen Strategien, um das Lernen und das Klassenklima zu steuern. Werden Lernen und Lernumgebung durch hierarchische Strategien kontrolliert, vermitteln Lehrkräfte möglicherweise nicht die notwendigen interdependenten Kommunikations- und Beziehungsdynamiken, und Schülerinnen und Schüler erlernen diese nicht. Partnerschaftliche Bildungsstrategien können interdependente Beziehungsdynamiken wie Mitgefühl, Kooperation und gleichberechtigte Kommunikation effektiver vermitteln und gleichzeitig Selbstständigkeit, Kreativität und kritisches Denken fördern.
Diese Arbeit untersucht 1) die Natur hierarchischer und partnerschaftlicher Bildungs- und Beziehungsstrategien, 2) den Einfluss eines training auf die Kommunikations- und Beziehungsstrategien von studentischen Hilfskräften im Umgang mit ihren Studierenden und 3) die Auswirkungen der Einführung des Kommunikationsmodells Gewaltfreie Kommunikation “ (auch bekannt als „Mitfühlende Kommunikation“) auf die Kommunikations- und Beziehungsstrategien der Schulleitung und der Lehrkräfte einer Charterschule (Klasse 1–8), an der die Schulleitung einen partnerschaftlichen Bildungsansatz verfolgt. Die Teilnehmer umfassten 40 studentische Hilfskräfte des Fachbereichs Kommunikationswissenschaften einer Universität im Südwesten der USA sowie neun Lehrkräfte, zwei Schulleiter und 15 Schüler (Klasse 3–8) einer nahegelegenen Charterschule. Die Ergebnisse zeigen ein gesteigertes Mitgefühl und mehr Respekt der studentischen Hilfskräfte gegenüber den Schülern sowie eine verbesserte Kooperation und mehr Respekt in der Kommunikation und im Umgang mit den Schülern. Persönliche Interviews und Beobachtungen vor Ort belegen ein gesteigertes Mitgefühl für die Schüler und eine zunehmende Akzeptanz des Modells der Gewaltfreie Kommunikation als Teil der Kommunikations- und Beziehungsstrategien der Lehrer an der Charterschule.