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Friedenserziehung in Konflikt- und Nachkonfliktgesellschaften

Vergleichende Perspektiven (Vorherige Veröffentlichungen)

Weitere Werke von Claire McGlynn, Zvi Bekerman, Michalinos Zembylas und Tony Gallagher (Englisch, 2009).
PALGRAVE MACMILLAN

Es ist allgemein anerkannt, dass kein einzelnes Modell der Friedenserziehung (Bekerman & McGlynn, 2007; Harris & Morrison, 2003; Salomon & Nevo, 2002)
oder der pädagogischen Reaktion auf Konflikte (Gallagher, 2004; Davies, 2004) auf alle Gesellschaften anwendbar ist. Warum also einen Sammelband mit Beiträgen aus ganz unterschiedlichen Kontexten zusammenstellen, wenn Modelle nicht übertragbar sind? Die Antwort lautet: Während die Anzahl und Vielfalt
internationaler Friedensprogramme stetig zunimmt, mangelt es deutlich an interdisziplinärer und vergleichender Forschung, die die akademische
Entwicklung leiten und die Praxis in diesem anspruchsvollen Feld unterstützen könnte. Genau diese Lücken will der vorliegende Band schließen.

Dieses Buch führt das mit „Addressing Ethnic Conflict Through Peace Education: International Perspectives“ (Bekerman & McGlynn, 2007) begonnene Projekt fort, indem es ein breites Spektrum an theoretischen, methodischen und kontextuellen Perspektiven einbezieht und sich so den Beschränkungen eines einzelnen akademischen Fachgebiets entzieht. Anstatt sich auf punktuelle Friedensbildungsmaßnahmen zu konzentrieren, untersucht dieses Buch die Notwendigkeit langfristiger, systemischer Ansätze und innovativer Pädagogik. Es erkennt die Komplexität menschlicher Interaktion und die durch soziopolitische und historische Kontexte bedingten Einschränkungen aktiv an und problematisiert sie. Dabei entwickelt es keinen fertigen Plan für Friedensbildung, sondern vielmehr Prinzipien, Erkenntnisse und Lehren, die für politische Entscheidungsträger und Praktiker bei der Entwicklung von Friedensbildung von Nutzen sind. Insbesondere betrachtet es die Umsetzung von Friedensbildung nicht nur in Konflikt- oder Niedrigkonfliktsituationen, sondern auch in Nachkonflikt- und Vorkonfliktkontexten. Neue Einblicke in gut erforschte Länder wie Südafrika, Israel und Nordirland werden geboten, ebenso wie anregende Betrachtungen von Ländern wie Burundi, Nordmazedonien, der Dominikanischen Republik und Zypern, die in der Literatur zur Friedenspädagogik bisher weniger Beachtung fanden. Es werden Perspektiven auf formale, informelle und Erwachsenenbildung aufgezeigt, die die verschiedenen Arten und Kontexte der Friedenspädagogik veranschaulichen.