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Die Eröffnung einer Akutpsychiatriestation als komplexe Intervention

Akademischer Zeitschriftenartikel von Gouzoulis-Mayfrank, Euphrosyne., Gairing, Stefanie Kristiane., Krämer, Tilo., Förster, Manuela. auf Englisch, Deutsch (2019)
Nervenarzt 90, 709–714 (2019)

Hintergrund: Eine Politik der offenen Tür kann dazu beitragen, Konflikte, Aggressionen und Eindämmungsmaßnahmen in der stationären psychiatrischen Versorgung zu reduzieren. 

Ziel: Es wurde eine komplexe Intervention durchgeführt, die unter anderem die Öffnung der Türen einer Akutpsychiatriestation umfasste. Ziel war es, Konflikte zu deeskalieren und die Eindämmungsmaßnahmen zu reduzieren. 

Methoden: Neben der Öffnung der Türen wurden verschiedene andere Maßnahmen ergriffen, darunter eine intensive training des Personals in Deeskalationstechniken und Gewaltfreie Kommunikation, die Überprüfung und Liberalisierung der Stationsordnung, die Einrichtung eines Auszeitraums und der Zugang zu einem geschützten Garten. 

Ergebnisse: Die Politik der offenen Tür erwies sich als praktikabel und wurde dauerhaft eingeführt. In der Folge gingen die Vorfälle mit aggressivem Verhalten zurück, die erforderlichen Eindämmungsmaßnahmen blieben jedoch bestehen. Insgesamt begrüßte das Personal das neue Konzept, maß der Öffnung der Türen jedoch eine untergeordnete Bedeutung bei. 

Fazit: Die Öffnung einer geschlossenen psychiatrischen Station sollte als Teil einer komplexen, auf Autonomie ausgerichteten Intervention verstanden werden. Andere Aspekte wie eine ausreichende Anzahl gut ausgebildeten Personals und die baulichen Gegebenheiten der Station sind möglicherweise wichtiger als die bloße Öffnung der Türen.