Gewaltfreie Kommunikation
Ein dialogischer Rückblick auf die Ethik der Authentizität
Charles Taylor forderte eine Rückbesinnung auf die Ethik der Authentizität, die in modernen Vorstellungen von Autonomie und Selbstverwirklichung verzerrt wurde. Durch den Austausch mit uns wichtigen Menschen, so seine These, entwickeln sich menschliche Identitäten mithilfe einer reichhaltigen Sprache, die von gemeinsamen Bedeutungshorizonten geprägt ist. Die Förderung dieser dialogischen Beziehungen jenseits rein instrumenteller Zwecke, verbunden mit der Anerkennung der Würde jedes Einzelnen, kann das verlorene Ideal der Authentizität abwenden.
Gewaltfreie Kommunikation ermöglicht einen gekonnten Dialog mit anderen, der von einem gemeinsamen Gefühl der Bedeutung getragen wird, und unterstützt die Entwicklung einer sinnstiftenden Identität – einer Identität, die sich durch die Erkenntnis dessen formt, was jenseits des Selbst existiert. Ziel dieses Artikels ist es, darzulegen, dass gewaltfreie kommunikation die Wiederentdeckung der Ethik der Authentizität fördert. Erzählungen aus den Tagebüchern von Pflegestudierenden über die Anwendung von Fähigkeiten gewaltfreie kommunikation werden zur Untermauerung dieser These herangezogen.