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Gewaltfreie Kommunikation mit älteren Menschen, deren Würde in ihren letzten Lebensjahren und die Gewalt des Altersdiskriminierung

Andere Werke von Maria Giulia Marini. (Englisch, 2024)
Gewaltfreie Kommunikation und narrative Medizin zur Förderung nachhaltiger Gesundheit. Neue Paradigmen im Gesundheitswesen. Springer, Cham. S. 65–76

In der griechischen Mythologie war Geras (daher stammen die Wörter „Geriatrie“ und „Gerontologie“ aus dem Altgriechischen) der Gott des Alters. Er wurde als kleiner, hagerer alter Mann dargestellt. Sein Gegenpol war Hebe, ein schönes Mädchen, die Göttin der Jugend. Hebe reichte allen Göttern und Göttinnen auf dem Olymp Nektar und Ambrosia. Geras hingegen reichte nichts Süßes, sondern diente der Angst vor Gebrechlichkeit, Alter und Tod. Sein römisches Pendant war Senectus (daher stammen Wörter wie „Senior“ und „Senatus“).

Für die Griechen war Geras auch eine Metapher für Gebrechlichkeit; er wird oft mit einem Stock dargestellt. Aus pragmatischer lateinischer Sicht verlieh das Alter jedoch Weisheit und damit politische Macht im Senat. Ein „Senior“ wurde somit zu einer Person, die Respekt verdiente, und „Seniorität“ zu einer geschätzten Eigenschaft. Das Statussymbol des Alters findet sich im lateinischen Wort „antianus“ wieder, was so viel wie „älterden Wörtern „antik“, „ancienne“ und dem italienischen „anziano“ ableitet.