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Bedürfnisse und Gewaltfreie Kommunikation im religionswissenschaftlichen Unterricht

Wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel von Agnew, EN in englischer Sprache (2012)
Teaching Theology & Religion, 15(3), 210-224

Religionsunterricht spiegelt den öffentlichen Raum im Kleinen wider, indem er Menschen mit unterschiedlichen Identitäten und ideologischen Überzeugungen zusammenbringt. Daher bietet dieser Unterricht die Notwendigkeit und die Möglichkeit, effektive Gesprächsformen zu fördern. In diesem Essay argumentiere ich, dass eine Kommunikation, die auf gemeinsame menschliche Bedürfnisse – darunter das Bedürfnis nach Sicherheit, Respekt und Zugehörigkeit – ausgerichtet ist, eine transformative Antwort auf die potenzielle Selbstzensur und die Konflikte unter Gleichaltrigen darstellt, denen Religionsunterricht häufig ausgesetzt ist. Ich untermauere diese These mit Bezug auf die Forschung von Barbara Walvoord zum Religionsunterricht und die Pädagogik der Theologin und Präsidentin der Swarthmore University, Rebecca Chopp, die gemeinsam mit ihren Studierenden eine „Ethik des Gesprächs“ entwickelt hat.

Aufbauend auf dieser Grundlage plädiere ich für die Entwicklung einer „Gesprächskultur“ im Religionsunterricht, basierend auf der Methode der „ gewaltfreie kommunikation “ des Psychologen und Friedensaktivisten Marshall Rosenberg. Unter Einbeziehung der Perspektiven von Alasdair MacIntyre und Jeffrey Stout auf die Rolle von Konflikt und Toleranz im Klassenzimmer argumentiere ich, dass Rosenbergs Kommunikationsansatz eine wertvolle Bereicherung für die Bildung darstellt und ein konstruktives Engagement im Makrokosmos des gesellschaftlichen Lebens vorlebt.