Befriedigung menschlicher Bedürfnisse, Verhinderung von Gewalt
Anwendung der Theorie der menschlichen Bedürfnisse auf den Konflikt in Sri Lanka
Andere Werke von Danielsen, G. in englischer Sprache (2005)
Buenos Aires: Universidad del Salvador
Gewalt liegt nicht in der menschlichen Natur. Zu diesem eindeutigen Schluss kam ein Treffen von Wissenschaftlern 1986 in Sevilla. Das Manifest von Sevilla argumentierte überzeugend, dass Gewalt nicht genetisch bedingt, sondern ein soziales Konstrukt, eine Erfindung sei. Leider fand diese Erkenntnis bisher wenig Beachtung. Ein Grund dafür mag sein, dass es schwieriger ist, Krieg zu rechtfertigen, wenn bewiesen ist, dass niemand von Geburt an gewalttätig ist, dass es kein „Böses“, keine natürliche Aggression gibt. Dennoch gibt es Gewalt. In Sri Lanka wurden in dem seit den 1970er Jahren andauernden Krieg mehr als 65.000 Menschen getötet. Wenn Gewalt also ein erlerntes Verhalten ist, warum verhalten wir uns dann gewalttätig? Und wie lässt sich solches gewalttätiges Verhalten wirksam verhindern?
Im Rahmen der internationalen Beziehungen und der Friedensforschung befassen sich Ansätze zur Konfliktlösung mit diesen Fragen. Durch Konfliktlösung werden die Ursachen von Konflikten untersucht, um die Wurzeln des Problems anzugehen und so Gewalt zu vermeiden oder zu verhindern.
Eine Theorie, die sich mit den Wurzeln von Konflikten befasst, ist die Theorie der menschlichen Bedürfnisse (Human Needs Theory, HNT).
Die Human Neurotizismus-Theorie (HNT), die von Friedensforschern oft ignoriert und vernachlässigt wird, kann wertvolle Einblicke in die Ursachen von Konflikten und damit in mögliche Lösungsansätze bieten. Diese Arbeit untersucht, wie die HNT auf den aktuellen Konflikt zwischen der Regierung Sri Lankas (GOSL) und den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) angewendet werden kann.
Im ersten Teil befasst sich die Arbeit mit der HNT und einigen ihrer Theoretiker und erörtert anschließend ihren Nutzen und die Kritikpunkte. Im zweiten Teil wird der Konflikt in Sri Lanka kurz vorgestellt und einige seiner Hauptprobleme skizziert. Anschließend wird die HNT auf den Konflikt angewendet, um zu prüfen, ob sie sich als hilfreich für eine Lösung erweisen kann.
Unter Berücksichtigung von Wahrnehmungsfragen, Feindbildern und mangelndem Vertrauen bei der Ausarbeitung von Lösungsansätzen kommt die Arbeit schließlich zu dem Schluss, dass HNT effektiv neue Erkenntnisse zur Entwicklung von Strategien liefern könnte, die für beide Parteien funktionieren.