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Funktionale Empathie

Entwicklung und Evaluation eines training auf Basis eines integrativen Prozessmodells zur Vermeidung empathisch kurzschlüssigen Handelns

Doktorarbeit von Altmann, T. in deutscher Sprache (2013)
Universität Duisburg-Essen. DuEPublico

Die vorliegende Studie untersucht die Auswirkungen eines selbstentwickelten training für Sozialberufe. Da Empathie in der aktuellen Literatur unterschiedlich definiert wird, wird eine integrative Definition auf Basis des Empathieprozessmodells (EPM) vorgeschlagen. Demnach kann Empathie als Prozess verstanden werden, der Aspekte sowohl einer stabilen Persönlichkeitseigenschaft als auch einer Fähigkeit umfasst, die trainiert und zu praktischen Fertigkeiten weiterentwickelt werden kann. Das Modell ermöglicht auch die Erklärung dysfunktionalen empathischen Verhaltens wie des Empathischen Kurzschlusses (ESC). Der ESC wird als kommunikative Abkürzung beschrieben, um einer emotional angespannten Situation zu entfliehen, indem die emotionale Interaktion unterbrochen wird, was bei beiden Beteiligten zu diffuser Unzufriedenheit führt. Es wird angenommen, dass sich die Akkumulation dieser Reaktionen im Laufe der Zeit in psychosomatischen Symptomen und Anzeichen emotionaler Belastung niederschlagen kann. Zur Reflexion des eigenen empathischen Handelns wird das Konzept der Gewaltfreie Kommunikation ( GFK ) nach Rosenberg vorgeschlagen. Das im Folgenden beschriebene training baut auf dem GFK Konzept auf. Ziel ist es, das eigene empathische Handeln zur Vermeidung der emotionalen Stresssituation zu reflektieren und alternative Strategien für den Umgang mit intensiven emotionalen Situationen im alltäglichen Arbeitskontext der sozialen Berufe zu etablieren.

Es wird eine Evaluation des training vorgestellt, die dessen Akzeptanz und Wirksamkeit an Pflegeschulen mit insgesamt 448 Teilnehmenden in der longitudinalen Interventions-Kontrollgruppenstudie untersucht. Signifikante Veränderungen konnten in der Stärkung verschiedener sozialer und emotionaler Kompetenzen sowie in der Reduzierung psychosomatischer Beschwerden und Symptome emotionaler Belastung erzielt werden. Eine höhere Akzeptanz der eigenen Emotionen und eine gesteigerte Handlungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit, in emotional angespannten Situationen zu handeln, zählten zu den wichtigsten Effekten des training . Das GFK Konzept des Gleichgewichts zwischen Empathie für andere und der Auseinandersetzung mit der eigenen emotionalen Situation erwies sich als hilfreiche Strategie zur Reduzierung emotionaler Belastung und wurde erfolgreich in das training für Sozialberufe integriert. Weitere Studien sind erforderlich, z. B. zur detaillierten Analyse der Wirksamkeit einzelner training .