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Familienbasierte Interventionen mit transgeschlechtlichen und genderfluiden Jugendlichen

Systematische Überprüfung und Empfehlungen für bewährte Verfahren

Akademischer Zeitschriftenartikel von Malpas, Jean., Pellicane, Michael J., Glaeser, Elizabeth. auf Englisch (2022)
Transgender Health, 7(1), 7-29

Die Forschung zu transgeschlechtlichen und genderfluiden Jugendlichen (TGE-Jugendlichen) hat die unverhältnismäßig hohen und belastenden psychischen und entwicklungsbedingten Probleme dieser jungen Menschen aufgezeigt. Studien legen zudem nahe, dass die Akzeptanz der Geschlechtsidentität und des Geschlechtsausdrucks von TGE-Jugendlichen durch die Familie entscheidend ist, um negative psychosoziale Folgen in dieser Community zu verhindern. In letzter Zeit hat sich die familienbasierte Therapie für TGE-Jugendliche, deren Familien zur Behandlung bereit sind, etabliert. Es ist jedoch unklar, ob die Forschung Daten zu den Behandlungsergebnissen familienbasierter Interventionen bei TGE-Jugendlichen liefert. Diese Studie folgt den PRISMA-Richtlinien (Preferred Systematic Reviews and Meta-Analyses) und sucht systematisch nach Artikeln, die Daten zu den Behandlungsergebnissen oder klinische Empfehlungen für familienbasierte Interventionen mit TGE-Jugendlichen und ihren Familien enthalten. Es wurden keine quantitativen Daten zu den Behandlungsergebnissen der Familientherapie mit TGE-Jugendlichen gefunden, jedoch lieferten zahlreiche Artikel aus mehreren Jahrzehnten (n=32) Empfehlungen für die klinische Praxis im Umgang mit familienbasierten Interventionen in dieser Population.

Nur wenige Artikel lieferten Ergebnisdaten zur Familientherapie mit jungen Menschen aus sexuellen Minderheiten (n=2). Im Laufe der Zeit haben sich die klinischen Strategien von der Pathologisierung hin zur Akzeptanz des Geschlechtsfindungsprozesses junger Transgender- und Gender-Personen entwickelt. Gängige Strategien solcher Interventionen umfassen (1) Psychoedukation, (2) die Schaffung von Raum für Familien, um ihre Reaktionen auf das Geschlecht ihres Kindes auszudrücken, (3) die Betonung der schützenden Kraft familiärer Akzeptanz, (4) die Nutzung verschiedener Unterstützungsangebote, (5) die Förderung von Solidarität und Interessenvertretung für Familien, (6) die Vernetzung von Familien mit Ressourcen der Transgender- und Gender-Community und (7) die Berücksichtigung intersektionaler Ansätze und Anliegen. Zukünftige Forschung sollte die Wirksamkeit familienbasierter Interventionen, die diese Strategien integrieren, untersuchen und quantitative Daten erheben, um deren Einfluss auf psychosoziale Ergebnisse systematisch zu ermitteln.