Die Auswirkungen der Einführung eines Programms für Gewaltfreie Kommunikation auf die Ursachen und Häufigkeit von Konflikten unter Studierenden
Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen eines Programms zur gewaltfreie kommunikation sowie den Einfluss der Ursachen und Häufigkeit von Konfliktverhalten bei jüngeren Grundschulkindern zu untersuchen. Es wurde eine quasi-experimentelle Studie mit 180 Viertklässlern durchgeführt. Die Klassen wurden per Zufallsprinzip in eine Kontroll- und eine Experimentalgruppe eingeteilt. Die Gruppen waren hinsichtlich Geschlecht, Alter und Konflikthäufigkeit, wie in einer Vorstudie festgestellt, vergleichbar. Das Forschungsmodell war quasi-experimentell und kombinierte ein Intra- und Intergruppen-Design.
Für diese quasi-experimentelle Studie wurde ein spezielles Szenario mit 15 Workshops zu Themen der gewaltfreie kommunikation sowie ein Fragebogen zur Erfassung allgemeiner Aspekte gewaltfreie kommunikation entwickelt. Der Fragebogen umfasste 14 Fragen mit unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten und wies eine zufriedenstellende interne Konsistenz (Cronbachs Alpha = 0,76) auf.
Zur Datenanalyse wurden deskriptive und nichtparametrische inferenzstatistische Methoden eingesetzt. Um die Unterschiede zwischen den Gruppen zu untersuchen, wurden zwei Mann-Whitney-U-Tests (nichtparametrischer Ersatz für den t-Test für unabhängige Stichproben) und zwei Wilcoxon-Vorzeichenrangtests (nichtparametrischer Ersatz für den t-Test für abhängige Stichproben) durchgeführt, gefolgt von vier χ²-Tests. Die Ergebnisse des Posttests deuten auf positive Effekte der Umsetzung der Inhalte zur gewaltfreie kommunikation hin. Die Teilnehmenden der Experimentalgruppe (mittlerer Rang = 99,12) erzielten niedrigere Werte als die Teilnehmenden der Kontrollgruppe (mittlerer Rang = 81,88), was darauf schließen lässt, dass die Schülerinnen und Schüler der Experimentalgruppe eine geringere Neigung zu Konfliktverhalten zeigten.
Die Ergebnisse zur Häufigkeit der Konfliktursachen in allen vier quasi-experimentellen Situationen heben als häufigste Konfliktursachen Folgendes hervor: Beleidigungen und abwertende Beschimpfungen (in allen vier quasi-experimentellen Situationen – 22,44 % bis 44,44 %), unangemessene Äußerungen über die eigene Familie (Experimentalgruppe – erste Bewertung und beide Bewertungen in der Kontrollgruppe; 26,11 % bis 30,00 %) sowie das Überreden anderer Kinder, nicht mit dem Befragten zu interagieren (Experimentalgruppe – abschließende Bewertung; 24,44 %).
Der Nachtest, bei dem die Häufigkeit gemessen wurde, bestätigte die positiven Effekte des GFK -Programms auf die Schüler der Experimentalgruppe im Vergleich zu den Schülern der Kontrollgruppe.