Schaffung einer Kultur des Respekts und der interprofessionellen Teamarbeit auf einer Geburtsstation
Ein vielschichtiges Projekt zur Qualitätsverbesserung
Interprofessionelle Teamarbeit ist für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung unerlässlich. Respektlosigkeit und Unhöflichkeit innerhalb des Teams stellen jedoch eine Herausforderung für die Bildung und den Erhalt effektiver Teams dar. Wir beschreiben und bewerten die Auswirkungen eines vielschichtigen Verbesserungsprojekts, dessen primäre Intervention ein training in empathischer Kommunikation (Compassionate Communication, CC) auf einer Geburtsstation war.
Unsere Hypothese war, dass dieses Verbesserungsprojekt die Fähigkeit der Mitarbeitenden zur Perspektivenübernahme und Selbstreflexion stärken und dadurch positive zwischenmenschliche Interaktionen, Respekt und Teamarbeit fördern würde. Zweitens nahmen wir an, dass gesteigerter Respekt und verbesserte Teamarbeit mit einer stärkeren emotionalen Bindung an das Unternehmen einhergehen würden. Die Mitarbeitenden wurden nach der Hälfte der Projektlaufzeit und sechs Monate nach dem CC- training befragt.
Insgesamt 74 (57 %) der Mitarbeitenden füllten die Fragebögen vor training aus, 50 (38 %) die Fragebögen nach training . Sechs Monate nach training zeigten sich Veränderungen in der Selbstreflexion und ein geschärftes Selbstbewusstsein. Die Perspektivenübernahme veränderte sich nicht signifikant. Allerdings beobachteten wir Veränderungen in der Wahrnehmung von Respekt und Teamarbeit durch die Mitarbeitenden. Die emotionale Bindung der Teammitglieder an die Organisation nahm zu. In diesem Kreißsaal erwies sich ein vielschichtiges Verbesserungsprojekt, dessen Hauptintervention training in diesem Bereich war, als vorteilhaft für die Förderung einer Kultur des Respekts und der interprofessionellen Zusammenarbeit.