Stuhlarbeit mit dem empathischen Anderen
Bereitstellung von Unterstützung bei der Deckung des Grundbedarfs zur Erledigung unerledigter Angelegenheiten
In dieser Fallstudie stellen wir eine modifizierte Form der Stuhlarbeit vor, die wir „Stuhlarbeit mit dem empathischen Anderen“ nennen, und untersuchen den emotionalen Veränderungsprozess der Teilnehmerin. Wir stellen fest, dass das direkte Gespräch mit dem empathischen Anderen die emotionale Auseinandersetzung der Teilnehmerin mit der Aufgabe fördert und ihre emotionale Verarbeitung durch die vier notwendigen Komponenten erfolgreicher Stuhlarbeit leitet, die in früheren Studien beschrieben wurden: Erfahrungszugang und intensiver Ausdruck primärer adaptiver Emotionen, Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse und eine veränderte Repräsentation von sich selbst und dem Anderen. Basierend auf der Selbstbestimmungstheorie konzeptualisieren wir die personenzentrierte Kommunikation der Trainerin als eine grundlegende, bedürfnisunterstützende therapeutische Maßnahme. Während des gesamten Stuhlarbeitsprozesses bindet die bedürfnisunterstützende Positionierung des „empathischen Anderen“ durch die Trainerin die Teilnehmerin kontinuierlich in die emotionale Verarbeitung ungelöster Themen ein: Sie vertieft und erweitert ihre emotionale Erkundung, führt sie dazu, unerfüllte Bedürfnisse auszudrücken und schließlich die Repräsentation von sich selbst und dem Anderen zu verändern.
Wir diskutieren die Ergebnisse im Kontext der Selbstbestimmungstheorie und im Zusammenhang mit der Forschung zu emotionaler Veränderung und therapeutischer Praxis. Frühere Studien haben die Schwierigkeiten vieler Klienten bei der Stuhlarbeit aufgezeigt. Unter Einbeziehung bedürfnisorientierter Kommunikation und basierend auf der Selbstbestimmungstheorie legen wir nahe, dass die modifizierte Technik eine mögliche Intervention zur Förderung der Stuhlarbeit und zur Unterstützung emotionaler Veränderung darstellt.